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#06Fragen

"Ein Aufstieg mit zwei Derbysiegen wäre auch nicht schlecht" – Simon Scherder im Interview

Er ist der Kopf des Spitzenreiters der 3. Liga: Simon Scherder will am Samstag die Erfolgsgeschichte des SC Preußen im Derby gegen den VfL Osnabrück weiterschreiben. Im Interview mit msl24.de spricht Scherder über das kommende Duell, Trainer Marco Antwerpen und das Thema Ultras im Stadion.

Von Sohrab Dabir

Simon Scherder: Kapitän und Kopf des Preußen-Teams. Der 25-Jährige brennt aufs Derby gegen Osnabrück. Foto: Lisa Fraszewski/msl24.de

Münster – Am Samstag (25. August) steht für Preußen Münster das heißersehnte Duell gegen den VfL Osnabrück an. Mit neun Punkten stehen die Adlerträger derzeit an der Spitze der 3. Liga. Zum Auftakt unserer neuen Interview-Reihe #06Fragen haben wir mit SCP-Kapitän Simon Scherder über das anstehende Derby, seinen Trainer und das Thema Ultras im Stadion gesprochen.

Hallo Simon, hast du mit so einem starken Saisonstart gerechnet? Was ist in dieser Saison drin für euch?

Simon Scherder: „Ich habe schon damit gerechnet, dass wir einen guten Start hinlegen können. Als der Plan veröffentlich wurde und wir gesehen haben, wer die ersten Gegner sind, haben wir uns schon einige Punkte ausgerechnet. Dass wir dann nach vier Spieltagen auf Platz eins stehen, war natürlich nicht abzusehen. Das zeigt aber, dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet und eine richtig gute Mannschaften haben. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es die nächsten Spiele so weitergeht – was dann am Ende dabei herausspringt, wird man sehen. Es sind noch 34 Spiele zu spielen, da kann noch einiges passieren.“

Inmitten der Jubeltraube. Scherder (l.) nach dem Tor von René Klingenburg gegen Lotte. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Was hat sich geändert, seitdem Marco Antwerpen Trainer beim SCP ist?

Scherder: „Viel! Von der taktischen Variabilität bis hin zu seiner Menschlichkeit hat sich viel verändert. Wir haben viele neue Trainingsmethoden mit auf den Weg bekommen und Marco ist ein sehr kommunikativer Mensch. Wenn es Probleme gibt, kannst du immer auf ihn zugehen und mit ihm reden. Wenn Sachen im Spiel oder im Training nicht passen, kann man mit Lösungsvorschlägen an ihn herantreten und mit ihm darüber sprechen. Er ist auch vom Typ her ein entspannter Mensch und ich glaube, jeder in der Mannschaft kommt gut mit ihm aus. Daher war er schon ein wichtiger Baustein dafür, dass wir im letzten Jahr so souverän die Klasse gehalten haben.“

Du bist seit dieser Saison Kapitän bei den Preußen. Was bedeutet es dir, die Binde zu tragen?

Scherder: „Es ist natürlich schön – gerade, weil ich so lange im Verein bin, erfüllt es mich mit Stolz. Besonders nach den beiden Jahren mit der Verletzung und dem einen Jahr, das ich jetzt wieder dabei bin, ist es schön, dieses Amt auszuführen. Ich bin dadurch aber kein besonderer Spieler in der Mannschaft oder auf dem Feld ein Alleinunterhalter, da machen auch andere den Mund auf. Ich glaube, in den Medien wird diesem Amt immer ein bisschen zu viel Bedeutung zugewiesen, so spannend ist das gar nicht.“

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Seit dieser Saison führt Simon Scherder sein Team als Kapitän aufs Feld. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Du bist seit vielen Jahren im Verein - damit waschechter Preuße. Am Samstag steht das Derby gegen Osnabrück an. Was bedeutet dieses Spiel für dich persönlich?

Scherder: „Schon als ich damals mit 13 Jahren zu Preußen Münster gekommen bin, wurde mir eingeimpft, dass Osnabrück – neben Bielefeld – der größte Rivale ist. Dass wir uns in der Liga jetzt regelmäßig mit ihnen messen dürfen, ist für jeden Spieler etwas Besonderes. Gerade die Partien in Osnabrück, wo alle gegen dich sind, machen Spaß und das pusht dich nochmal zusätzlich. Meine Bilanz ist dort bisher ein Unentschieden und ein Sieg – wenn da keine Niederlage hinzukommt, sind wir denke ich zufrieden.“

Fans spielen in Derbys immer eine große Rolle: Derzeit fehlt euch jedoch die Unterstützung seitens der Ultras. Wie bewertest du die momentane Lage und wie sehr beeinflusst euch der fehlende Support im Spiel selber?

Scherder: „Man merkt schon, dass es ruhiger ist. Aber alle anderen Preußenfans, die ins Stadion kommen, versuchen das zu kompensieren und machen es ganz gut. Es ist aber natürlich nochmal etwas anderes, wenn die Ultras dabei sind. Generell bekommt man im Spiel davon aber nicht so viel mit, das wird eher wichtig, wenn man mal zurückliegt und merkt, die pushen einen nochmal nach vorne. Aber das wird sich mit der Zeit hoffentlich wieder einpendeln, dass sie das Interesse daran haben, uns auch wieder zu unterstützen.“

Was würdest du eher nehmen: Den Aufstieg oder zwei Derbysiege?

Scherder: „Ich würde lieber den Aufstieg nehmen, das ist ganz klar. Aber ein Aufstieg mit zwei Derbysiegen wäre auch nicht schlecht. [Lacht]“

Immer nah dran an den Fans: Preußen-Kapitän Simon Scherder. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

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