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Nach dem Eklat im Preußenspiel

Böllerwurf von Essen: Polizei nimmt Familienvater fest

Essen/Münster

Die Polizei konnte nach dem Böllerwurf im Spiel der Preußen bei Rot-Weiß Essen einen Ermittlungserfolg erzielen. Gegen einen 29-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen.

Von Sohrab Dabir

Der Böllerwurf von Essen wird für einen 29-Jährigen wohl ein juristisches Nachspiel haben. Foto: Jürgen Peperhowe/WN

Das vergangene Spiel zwischen Preußen Münster und Rot-Weiß Essen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Das lag nicht am sportlichen Geschehen, sondern an den Szenen, die sich ab der 75. Minute abgespielt hatten. Nachdem von den Rängen ein Böller in Richtung des Spielfelds geworfen worden war, wurden zwei SCP-Spieler sowie der Athletiktrainer verletzt. Die Partie wurde kurz darauf abgebrochen.

Noch im Stadion konnte ein Verdächtiger festgenommen werden, jedoch wurde der Mann kurz darauf wieder freigelassen. Nun konnte die Essener Polizei einen Ermittlungserfolg erzielen. Wie die Beamten am Freitag (25. Februar) im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilten, wurde ein 29-jähriger Familienvater aus Marl als dringend Tatverdächtiger identifiziert. Er soll den Böller während des Spiels der Preußen bei RW Essen geworfen haben.

Preußen Münster: Böllerwerfer schweigt zu Vorwürfen

Überführt haben den Mann neben Videoaufzeichnungen aus dem Stadion und von Fans auf den Rängen auch zahlreiche Hinweise diverser Zeugen. Insbesondere die auffälligen Tätowierungen, die der Verdächtige unter anderem im Gesicht trägt, hätten dazu beigetragen, den Mann identifizieren zu können. Am Donnerstag (24. Februar) wurde der Mann in seiner Wohnung festgenommen und leistete dabei laut Polizeiangaben keinen Widerstand. Bislang hat der 29-Jährige die Aussage verweigert. Die Vielzahl der Hinweise zeige, was der Großteil der Fußballfans über derartige Aktionen denke, hieß es am Freitag.

Der Verdächtige soll bislang keiner bestimmten Fan-Gruppierung zuzuordnen zu sein und sei auch kein Dauerkarteninhaber. Zudem habe er sich beim Spiel gegen Preußen Münster optisch nicht als Fan von Rot-Weiß Essen zu erkennen gegeben, so die Polizei weiter. Ihm wird neben gefährlicher Körperverletzung auch das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Der Haftbefehl, der gegen den 29-Jährigen beantragt worden war, wurde bereits erwirkt. Zudem erhält der Marler ein bundesweites Stadionverbot. 

Sportlich stellt sich weiterhin die Frage, wie die Partie zwischen Preußen Münster und Rot-Weiß Essen gewertet wird. Das Sportgericht muss entscheiden, ob es zu einem Wiederholungsspiel kommt, oder ob der SCP das Duell am Grünen Tisch gewinnt. 

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