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Fußball: Regionalliga West

Fan-Ausschreitungen überschatten Preußen-Sieg

Velbert

Von schweren Fan-Ausschreitungen mit mehreren Verletzten wurde das Regionalligaspiel zwischen dem KFC Uerdingen und Preußen Münster überschattet.

Von Dario Teschner

Etwa 150 Einsatzkräfte der Polizei kamen bei dem Regionalliga-Spiel zwischen KFC Uerdingen und Preußen Münster zum Einsatz (Symbolbild). Foto: Carsten Rehder/dpa

Gegen den KFC Uerdingen hat die Mannschaft von Preußen Münster am Samstagnachmittag (20. November) den fünften Sieg in Folge eingefahren. Doch der sportliche Erfolg geriet nach dem 17. Spieltag in der Regionalliga West ins Hintertreffen. Vor und während der Partie war es zu schweren Fan-Ausschreitungen mit mehreren verletzten Personen gekommen. 

Bereits vor dem Anpfiff der Begegnung kam es gegen 12.45 Uhr zu einer Auseinandersetzung vor dem Stadion in Velbert. Etwa 20 Anhänger von Preußen Münster versuchten in ihren eignen Fanblock zu gelangen, berichtete Daniel Uebber, Pressesprecher der Polizeidirektion Mettmann. Im Zuge des Konflikts wurden zwei SCP-Fans und ein Ordner verletzt.

Streit unter SCP-Fans eskaliert in der Pause

Beim Station-Einlass vor dem Gästeblock war es zu starkem Gedränge gekommen. 600 Anhänger von Preußen Münster mussten sich ihren Weg zu ihrem Platz durch einen einzigen bereitgestellten Eingang bahnen. Erste Konfrontationen mit der Polizei waren die Folge, da einige mitgereiste Anhänger verspätet im Stadion ankamen.

Nach Spielbeginn hatte sich die Situation zunächst beruhigt und die Zuschauer konzentrierten sich auf das Geschehen auf dem Rasen. Nach dem Ende der ersten Hälfte kippte die Stimmung jedoch erneut. Zwei Anhänger von Preußen Münster waren an einer Imbissbude massiv in Streit geraten, sodass die Polizei erneut einschreiten musste. 

Die Einsatzkräfte positionierten sich vor dem Gästeblock, da erneute Konflikte nicht ausgeschlossen werden konnten. Bei weiteren Ausschreitungen landete ein brennender Bengalo in der Zuschauermenge und verletzte eine Person leicht. Die zweite Halbzeit des Regionalligaspiels musste aufgrund der Vorkommnisse verspätet angepfiffen werden.

Stellungnahme von Preußen Münster nach Spielende

Die Verantwortlichen von Preußen Münster vermittelten zwischen Polizei und Fans, sodass die Partie, die kurz vor dem Abbruch stand, doch noch fortgesetzt werden konnte. Mit einem 1:0 Auswärtssieg endete die ereignisreiche Begegnung. Die rund 150 Einsatzkräfte konnten abrücken nachdem die Gästefans ihr Heimreise angetreten hatten. 

Gegen zahlreiche SCP-Fans wurden Strafanzeigen gestellt, unter anderem wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung und Beleidigung und Gewalt gegen Polizeibeamte. Vertreter von Präsidium, Aufsichtsrat und Geschäftsführung trafen sich am Sonntag (21. November) mit Mitgliedern der aktiven Fanszene, um über die Ereignisse zu sprechen. In einer Mitteilung nahm die Vereinsführung von Preußen Münster Stellung zu den Ausschreitungen: 

Vereinsführung Preußen Münster

Besonders das Werfen von Pyrotechnik wurde von allen Seiten scharf verurteilt. Eine Vorverurteilung der Preußenfans dürfe es aber auf Basis der Erkenntnisse aus diesem Zusammentreffen und den zahlreichen Schilderungen weiterer Augenzeugen nicht geben, erklärte der Klub aus Münster. "Als Verein appellieren wir daher auch im Namen unserer Fans dafür, die Geschehnisse objektiv und vorurteilsfrei aufzuarbeiten – auch was die Rolle von Ordnungsdienst und Polizei vor Ort und die damit verbundene Frage nach Ursache und Wirkung angeht", hieß es in der Mitteilung weiter. 

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