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  5. Preußen Münster gegen RW Essen: 30 Verletzte nach Ausschreitungen

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2:3-Niederlage

Doppelt bitterer Abend für Preußen: Später K.O. auf dem Platz – und 30 Verletzte nach Randale

Münster

Der SC Preußen hat das Spitzenspiel gegen RW Essen denkbar unglücklich mit 2:3 verloren. Nach dem Spiel sorgten die Gästefans für Krawalle im und außerhalb des Stadions.

Von Sohrab Dabir

Es war ein Abend zum Vergessen für Preußen Münster: Kurz vor Schluss drehten die Gäste aus Essen die Partie, als RWE-Stürmer Simon Engelmann zum 3:2 traf. Zuvor hatte Thorben Deters den SCP per Doppelpack im ersten Durchgang auf die Siegerstraße gebracht. Nach dem Seitenwechsel brachen dann alle Dämme.

"Es ist einfach nur dumm. Keine Ahnung wie so Tore fallen können", drückte Joshua Holtby nach der bitteren Niederlage seine Enttäuschung aus. Für Doppeltorschützen Deters war der Ausgang im Westschlager "unfassbar bitter" – und Trainer Sascha Hildmann zeigte sich nach Schlusspfiff "tief betroffen". Mit breiter Brust ging Preußen Münster in das Spitzenspiel der Regionalliga, nun ist erst einmal die Tabellenführung dahin. "Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg. Wir müssen uns straffen, es bringt ja nichts, jetzt total niedergeschlagen zu sein", betonte der SCP-Coach. Für unrühmliche Szenen sorgten nach dem Spiel die Fans aus Essen.

Preußen Münster gegen RW Essen: Randale überschattet Spitzenspiel

800 Fans waren am Dienstagabend (14. September) aus dem Ruhrgebiet angereist – davon 200 Problemfans, wie die Polizei Münster mitteilt. Nach dem Schlusspfiff durchbrachen die RWE-Ultras zwei Tore aus der Gästekurve des Preußenstadions und stürmten über die Nordtribüne in Richtung der 120 Problemfans von Preußen Münster. Dort kam es zu Schlägereien zwischen beiden Lagern.

Anschließend verließen beide Fangruppierungen das Stadion über den Haupteingang und den nördlichen Ascheplatz und lieferten sich danach auf der Hammer Straße in Münster weitere Auseinandersetzungen. Die Polizei konnte die Fanlager unter anderem nur durch den Einsatz von Pfefferspray voneinander trennen und brachte die Problemfans aus Essen anschließend zu ihren Bussen. Per Eskorte wurden diese dann auf die Autobahn in Richtung Essen eskortiert.   

30 Verletzte nach Schlägereien zwischen Essen- und Preußen-Fans

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurden bei den Ausschreitungen am Dienstagabend 30 Personen verletzt. 24 wurden noch im Preußenstadion von Rettungsdiensten behandelt – vier mussten ins Krankenhaus eingeliefert und zwei notärztlich versorgt werden. Unter den Verletzten befinden sich laut Polizeiangaben auch mehrere Ordner von Preußen Münster. Einer von ihnen erlitt schwere Verletzungen. Ebenfalls schwer verletzt wurde ein Rentner, der beim Sturm der Essener Ultras von der Treppe der Nordtribüne gestoßen wurde. 

Die Polizei Münster ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und Sachbeschädigung, "Das ist ein enttäuschender Abschluss für dieses Derby", sagte Preußens-Pressesprecher Marcel Weskamp auf der Pressekonferenz zu den Szenen im Stadion.

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