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Böllerwurf beendet Spitzenspiel

Westschlager endet im Eklat: Wie wird das Preußen-Spiel gewertet?

Essen

Die Verantwortlichen beider Vereine zeigten sich entsetzt: Nach einem Böllerwurf musste die Begegnung zwischen Preußen Münster und Essen abgebrochen werden. Wie geht's nun weiter?

Von Sohrab Dabir

Nach dem Ausgleich der Preußen in der 73. Minute: Essener Fans werfen einen Böller auf Münsters Einwechselspieler. Marvin Thiel geht daraufhin zu Boden. Foto: Jürgen Peperhowe/WN

Die Begegnung zwischen Preußen Münster und Rot-Weiß Essen scheint wohl nicht ohne Skandale auszukommen. Bereits im Hinspiel im vergangenen September sorgten die Essener Fans für einen Eklat, nun zeigten sich die Anhänger erneut von ihrer unschönen Seite.

Beim Stande von 1:1 wurde aus dem Fanblock der Essener ein Böller in Richtung Spielfeld geworfen. Preußens Marvin Thiel ging daraufhin zu Boden und erlitt ein Knalltrauma. Auch Jannik Borgmann verletzte sich bei der Aktion. Beide Spieler hatten sich zu dem Zeitpunkt neben dem Tor warm gemacht. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie, ehe er sie knapp 25 Minuten später für beendet erklärte.

Preußen Münster verurteilt Essener Böllerwurf

"Das heute ist für mich persönlich der Tiefpunkt meiner bisherigen Zeit bei RWE. Ich weiß gar nicht, welches Gefühl gerade überwiegt: Traurigkeit, Wut, Ohnmacht, Rat- beziehungsweise Fassungslosigkeit", zeigte sich Essens Vorstandsvorsitzender Marc Uhlig wenige Stunden nach den Vorfällen entsetzt über das, was zuvor an der Hafenstraße geschehen war. Die "Tat eines Verrückten, eines Vollidioten" habe dazu geführt, dass das mit Spannung erwartete Spitzenspiel der Regionalliga ein jähes Ende gefunden hatte.

Rot-Weiß Essen hätte die Partie dem eigenem Befinden nach noch gerne zu Ende geführt, jedoch sah sich Preußen Münster dazu nicht mehr in der Lage – zumal zwei ihrer für den Einsatz vorgesehenen Einwechselspieler nicht mehr spielfähig waren. "Eine reguläre Fortsetzung wäre unter diesen Umständen nicht möglich gewesen“, sagte SCP-Sportdirektor Peter Niemeyer im Anschluss, der die Vorkommnisse auf den Rängen scharf verurteilte. "Das sind Szenen, die niemand sehen will und die nicht in ein Fußballstadion gehören."

Bekommt Preußen Münster die Partie zugeschrieben?

Dass es unter den Anhängern von Rot-Weiß Essen seit Jahren und Jahrzehnten viele Problemfans gibt, ist in Fußballdeutschland bekannt. Diese Erfahrung musste der SCP bereits beim Hinspiel machen, als RWE-Ultras nach dem Spiel Jagd auf Fans von Preußen Münster machten. 30 Personen wurden dabei verletzt – unter anderem auch ein Rentner, der die Tribüne hinuntergestoßen wurde. Nun kam es erneut zu skandalösen Szenen.

Wie die Partie zwischen RW Essen und Preußen Münster gewertet wird, ist noch unklar. Der Paragraph 36.4 der Spielordnung sieht vor, dass bei einem Spielabbruch, der aus Gründen erfolgt, "die beide Mannschaften nicht zu vertreten haben", eine Neuansetzung vorgesehen ist. Jedoch besagt Paragraph 43.5, dass ein Spiel als verloren beziehungsweise gewonnen gewertet werden kann, sollte ein Team den Abbruch verschuldet haben. Dies könnte in diesem Fall zutreffen. Eine Entscheidung diesbezüglich wird wohl in den kommenden Tagen zu erwarten sein. Derweil soll der Tatverdächtige, der den Böller geworfen haben soll, ermittelt und noch im Stadion festgenommen worden sein. 

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