1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preußen Münster: Stellungnahme zu Gewalt-Szenen beim Essen-Spiel

  6. >

30 Verletzte

"Das mit anzusehen war schlimm": Preußen Münster verurteilt Krawalle beim RWE-Spiel

Münster

Die Niederlage von Preußen Münster gegen Rot-Weiß Essen wurde überschattet von den Gewalt-Szenen nach dem Abpfiff. Der SCP verurteilt die Randale, RWE sieht eine Teilschuld derweil in der Berichterstattung.

Von Sohrab Dabir

Die Essener Fans zünden zu Beginn der zweiten Halbzeit Bengalos. Foto: Maik Hölter/Team2sportphoto/dpa

Die Rückkehr der Fans in die Stadien hat nicht nur gute Seiten – dies wurde beim Spiel von Preußen Münster gegen Rot-Weiß Essen am vergangenen Dienstag (14. September) deutlich. Nach dem Abpfiff machten Gästefans Jagd auf Anhänger des SCP.

30 Personen wurden bei den Krawallen im Preußenstadion in Münster verletzt – ein Rentner sogar schwer. Nun hat sich der Verein zu den Geschehnissen am Rande des 7. Spieltags der Regionalliga West geäußert und die von den Essenern ausgegangene Gewalt scharf verurteilt.

Preußen Münster will Vorkommnisse aufarbeiten

"Bei aller sportlichen Rivalität haben nach Spielschluss allerdings Szenen die Partie überschattet, die in kein Fußballstadion dieser Welt gehören", berichtet der Verein über die RWE-Fans, die nach Abpfiff in die Heimbereiche des Preußenstadions gestürmt und auf die Preußen-Anhänger losgegangen waren. "Das mit anzusehen war schlimm und hat nichts, wirklich gar nichts in einem Fußballstadion oder anderswo zu suchen. Das hat mit Sport nichts zu tun. Im Namen des SC Preußen möchte ich allen Betroffenen unsere Anteilnahme aussprechen und den Opfern der Gewalt eine gute Besserung wünschen“, erklärt Vereinspräsident Christoph Strässer, der am Dienstagabend in Münster selbst Augenzeuge der Gewaltszenen war. Auch auf die Ordner waren die Gästefans losgegangen und hatten mehrere von ihnen verletzt.

Der SCP versprach eine Aufarbeitung der Geschehnisse vom Dienstag. "Als Verein versprechen wir, dass wir alles tun werden, um die Hintergründe und die konkreten Abläufe dieser Eskalation aufzuklären und im Notfall die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen werden. Jetzt müssen wir aber zunächst die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abwarten, wollen aber in der Zwischenzeit den verletzten Personen auch persönlich unsere Anteilnahme aussprechen." Auch Rot-Weiß Essen verurteilte die Randale seiner eigenen Fans, sah eine Teilschuld jedoch auch in der medialen Berichterstattung.

Rot-Weiß Essen: Gewalt durch"fragwürdige" Berichterstattung befeuert

"Fakt ist, dass im Umfeld des Spiels gestern auf den Rängen eine Adrenalin und Testosteron getränkte Atmosphäre deutlich zu spüren war, die im Übrigen durch manch fragwürdige öffentliche Berichterstattung im Vorfeld befeuert wurde", heißt es in einer Stellungnahme von RWE. Zudem hätten beide Fanlager nach dem Spiel "gegenseitigen Kontakt" gesucht. 

Dennoch sei am Dienstag eine "rote Linie überschritten und dem Verein Rot-Weiss Essen ein Bärendienst erwiesen" worden, heißt es weiter. Auch eine Mitarbeiterin von RWE sei durch die Fans verletzt worden, nachdem sie auf dem Weg zu ihrem Auto in die gewalttätigen Auseinandersetzungen geraten war. Sportlich hatten die Essener Preußen Münster zuvor nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 besiegt und die Tabellenführung der Regionalliga West übernommen. 

Startseite