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Offene Briefe beider Vereine

"In keiner Weise nachvollziehbar": Preußen und Oberhausen tragen offen Zwist aus

Münster

In einem offenen Brief kritisierte Rot-Weiß Oberhausen die Verantwortlichen von Preußen Münster nach dem Spiel scharf. Wie der SCP darauf reagiert und was Regenponchos damit zu tun haben.

Von Sohrab Dabir

Während im Heimblock im Spiel gegen RWO gute Stimmung herrschte, gab es im Gästebereich mächtig Ärger. Foto: Jürgen Peperhowe/WN

Sportlich gab es in dem Duell keine Diskussionen: Souverän bezwang Preußen Münster am vergangenen Spieltag Rot-Weiß Oberhausen und setzte seine Position als erster Verfolger von RW Essen fest. Doch einige Vorkommnisse im Gästeblock des Preußenstadions sorgten bei den Gästen für mächtig Ärger.

Dies sprachen die Oberhausener nun in einem offenen Brief an den SC Preußen Münster an. Zunächst hatte für Verwunderung gesorgt , dass "scheinbar die angekündigte Zahl von 400 mitreisenden RWO-Fans für eine Überforderung der Infrastruktur im Gäste-Eingangsbereich" gesorgt habe. Ein kurzfristiger Tickerverkauf am RWO-Ticketshop habe dann zu einer Entspannung der Lage geführt.

Preußen Münster wehrt sich gegen Kritik aus Oberhausen

Der SCP wehrt sich gegen die Darstellung und betont in einer ebenfalls nun veröffentlichten Stellungnahme, dass Preußen Münster einem "einzig auf Tageskassen ausgerichteten Vorverkauf von Gästetickets" nicht zugestimmt habe. Dies hätte vor dem Stadion zu Menschenansammlungen geführt, was angesichts der Corona-Situation nicht vertretbar gewesen wäre. Ein weiterer Streitpunkt waren die mitgebrachten Regenponchos aus Oberhausen.

Aufgrund einer Wetterprognose von neun Grad und Regen in Münster, hatten die Fans von Rot-Weiß Oberhausen drei Kartons gefüllt mit Regenponchos ins Preußenstadion mitgebracht. Während ein Karton problemlos in den Block gelang, habe der Ordnungsdienst die beiden anderen Kartons nicht mehr durchlassen wollen. Zunächst habe man sich darauf geeinigt, dass die Ponchos vor dem Eingang angezogen werden, "nach kurzer Zeit war auch diese Lösung nicht mehr willkommen und es wurde ein kompletter Einlassstop verhängt", kritisiert RWO das Vorgehen der Gastgeber. Auch gegen diese Darstellung wehren sich die Preußen.

"Absurde Situation": RWO attackiert Preußen Münster

Der Regionalligist beruft sich dabei auf seine Stadionordnung, nach der sämtliche Gegenstände verboten sind, die "die Identitätsfeststellung der Zuschauer zu verhindern" versuchen. Die Regenponchos der Oberhausener Fans würden unter diese Kategorie fallen, da sie einheitlich in Rot gehalten und mit einer Kapuze versehen waren. Auch habe es im Vorfeld seitens RWO keinen Antrag auf das Mitführen des Regenschutzes gegeben. Besonders seit der Vorfälle im Spiel der Preußen gegen Rot-Weiß Essen lege man ein besonderes Augenmerk auf mitgeführte Gegenstände der Gästefans. 

Auf die Frage, was passieren würde, wenn alle Oberhausener Fans im Block das gleiche Trikot oder die gleiche Regenjacke angehabt hätten, sei seitens des SCP nur mit "Achselzucken" reagiert worden. Vielmehr sei gedroht worden, dass die Polizei notfalls in den Gästeblock gehen würde, um die Fans mit Ponchos rauszuziehen. "In keiner Weise nachvollziehbar und erklärlich" bezeichnen die Verantowortlichen des Ruhrclubs die mangelnde Kommunikation von Preußen Münster. Lediglich dem Handeln der aktiven RWO-Szene sei es zu verdanken gewesen, dass "diese absurde Situation nicht vollkommen eskalierte, indem sie letztendlich umsichtig und besonnen handelten und die Ponchos ablegten". 

Preußen Münster kritisiert "tendenziöse" Berichterstattung aus Oberhausen

Weiterhin wird kritisiert, dass der Ordnungsdienst des SCP plötzlich einen Eingangsstopp verhängt habe und "200 Menschen 30 Minuten lang dicht gedrängt, kommentarlos" eingepfercht worden seien. "Die groteske Situation [...]  lässt uns fassungslos zurück", heißt es aus Oberhausen. Preußen Münster bezeichnet die Stellungnahme von RWO in diesem Fall als "tendenziös" und sieht die Schuld in der Situation indes bei den Gästefans, die die Herausgabe der Ponchos absichtlich erschwert hätten. Nachdem sie sich dann doch noch einsichtig gezeigt hätten, sei der Zutritt für die restlichen Fans fortgesetzt worden. Auch den Vorwurf, "dass Menschen eingepfercht und einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt wurden" wollte der SCP nicht so stehen lassen.

Das Statement der Preußen schließt mit dem Hinweis darauf, dass der gastgebende Verein für die Umsetzung des Sicherheitskonzepts vor Ort verantwortlich sei. Sollte es zu Sicherheitsstörungen wie in diesem Fall kommen, sei der Club in der Pflicht, diese eigenständig zu beenden – notfalls auch per Polizeieinsatz. 

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