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DFB-Pokal

Kapitaler Wechselfehler in Münster: Kommen die Preußen trotz Niederlage weiter?

Münster

Es war ein echter Pokalfight: Preußen Münster hatte den Bundesligisten VfL Wolfsburg am Rande einer Niederlage. Ein Fehler des Gäste-Trainers könnte jedoch das Weiterkommen für den SCP bedeuten.

Von Sohrab Dabir

Grenzenloser Jubel nach dem Führungstreffer für Preußen Münster. Geht's trotz 1:3-Niederlage in die 2. Runde? Foto: Guido Kirchner/​dpa

Die Weisheit "Der Fußball hat seine eigenen Gesetze" scheint Mark van Bommel, Trainer des VfL Wolfsburg, wohl zu wörtlich genommen haben. Ein Wechselfehler in der Nachspielzeit der ersten DFB-Pokalrunde gegen Preußen Münster könnte für den Champions-League-Teilnehmer fatale Folgen haben. Doch der Reihe nach. 

Im ersten DFB-Pokalspiel seit sieben Jahren zeigte Preußen Münster eine wahrlich couragierte Leistung. Gegen die nominell haushoch überlegenen Wolfsburger hielt der SCP lange Zeit die Null. In der 74. Minute brachen dann vor 7000 Fans im Preußenstadion alle Dämme.

Deniz Bindemann hat die Führung für Preußen Münster auf dem Fuß

Nach einer Ecke von Joshua Holtby sprang Preußens Innenverteidiger Marcel Hoffmeier am höchsten und brachte Münster in Führung. Den anschließenden Jubel hörte man noch mehrere  Hundert Meter entfernt. "Die Fans im Rücken haben uns geholfen. Das war heute etwas ganz anderes", sagte der Torschütze nach der Partie über das erste Spiel mit mehreren Tausend Anhängern seit langer Zeit. 

Lange sah es so aus, als könne Preußen Münster die knappe Führung über die Zeit bringen. Doch in der 90. Minute glich Josip Brekalo für die Gäste aus. In der anschließenden Verlängerung brachte SCP-Trainer Sascha Hildmann Sturmtalent Deniz Bindemann, dessen Vertragsverlängerung vor dem Wolfsburg-Spiel bekanntgegeben worden war, und der in der 100. Minute das 2:1 auf dem Fuß hatte. Doch VfL-Keeper Koen Casteels rettete in der letzten Sekunde per Fuß.

Mark van Bommel wechselt sechsmal und könnte Wolfsburg den Sieg kosten

"Man hat heute in vielen Passagen des Spiels den Unterschied zu Wolfsburg nicht gesehen. Wir haben eine ganz ganz starke Leistung gezeigt. Jeder Preußenfan kann heute stolz sein", sagte Sascha Hildmann nach der 1:3-Niederlage, die am Ende durch die Treffer von Wout Weghorst (103.) und Ridle Baku (120.) besiegelt wurde. Doch eine Szene kurz vor dem 2:1 für die Gäste könnte dafür sorgen, dass Preußen Münster doch noch weiterkommt.

Max Schulze Niehues auf die Frage wie es war, gegen elf Wolfsburger Weltklassespieler zu spielen

Mark van Bommel hatte zu diesem Zeitpunkt sein Wechselkontigent bereits ausgeschöpft, brachte in der 103. Minute dann jedoch mit Admir Mehmedi den sechsten frischen Mann aufs Feld - erlaubt sind jedoch nur fünf. Dem eigenen Vernehmen nach haben sich die Niedersachsen im Vorfeld mehrmals beim vierten Offiziellen erkundigt, ob ein weiterer Wechsel in der Verlängerung erlaubt sei. Diese Regel hatte es noch bei der EM im Sommer gegeben. Schiedsrichter Christian Dingert vermerkte den Wechselfehler anschließend im Spielbericht.

Was macht Preußen Münster?

Nun liegt es an Preußen Münster: Legt der Regionalligist Protest gegen die Wertung des Spiels ein, würde dies das sichere Weiterkommen in die nächste Runde bedeuten. Dem VfL Wolfsburg würde der kapitale Wechselfehler den Sieg kosten. Kurz nach der Partie ließ der sportliche Leiter des SCP noch offen, wie der Verein vorgehen wird. "Ja, es ist uns bewusst, dass Wolfsburg sechsmal gewechselt hat. Wir werden das intern besprechen und entscheiden, ob und wie wir dagegen vorgehen", sagte SCP-Sportdirektor Peter Niemeyer.

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