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Historie

Wechselfehler beim Preußen-Spiel: Mark van Bommel ist nicht der Erste

Münster

Nach dem DFB-Pokal-Wochenende spricht Fußballdeutschland über den Wechselfehler beim Spiel der Preußen gegen den VfL Wolfsburg. Schon einige Trainer leisteten sich solch einen Fauxpas.

Von Sohrab Dabir

Mark van Bommels Wechselfehler könnte den VfL die zweite Pokalrunde kosten. Foto: Guido Kirchner/dpa

Für den VfL Wolfsburg könnte es eng werden. Die 2. Runde des DFB-Pokals droht ohne die Niedersachsen stattzufinden. Diesen Schuh muss sich dann ausnahmsweise alleinig das Trainerteam um Mark van Bommel anziehen.

In der 103. Minute wechselte der Coach der Wölfe im Spiel gegen Preußen Münster einen sechsten Spieler ein. Einer zuviel, weswegen dem Champions-League-Teilnehmer das Ausscheiden am grünen Tisch droht, sollte der SCP Einspruch gegen die Wertung einlegen. Im Laufe des Montags (9. August) will der Verein eine Entscheidung fällen.

Diese Trainer leisteten sich bereits Wechselfehler

Ein kleiner Trost für Mark van Bommel: Er ist nicht der erste Trainer, dem solch ein gravierender Fehler unterlief. Zugute halten muss man dem Niederländer zudem, dass die Regel, einen sechsten Spieler während einer Verlängerung noch einwechseln zu dürfen, während der zurückliegenden EM gegolten hatte. Zudem hatte es seitens des Schiedsrichter-Gespanns keine Einwände gegeben. Diesen Trainern ist solch ein Wechselfehler in der deutschen Fußball-Geschichte bereits passiert:

  • 1977 – Hennes Weisweiler (1. FC Köln): Die Premiere der Wechselfehler kam von Trainer-Legende Hennes Weisweiler. Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt im Jahr 1977 wechselte der Coach mit Roger van Gool einen dritten ausländischen Spieler ein – erlaubt waren damals jedoch nur zwei.
  • 1992 – Christoph Daum (VfB Stuttgart): Ein reines Gewissen schien Christoph Daum 1992 gehabt zu haben, als er im Rückspiel der Champions-League-Partie gegen Leeds United mit Jovica Simanic einen vierten ausländischen Spieler aufs Feld schickte. Die Stuttgarter hatten das Spiel 1:4 verloren, doch da die Partie wegen des Wechselfehlers mit 0:3 gewertet werden musste und der VfB das Hinspiel mit selbem Ergebnis gewann, musste ein Entscheidungsspiel her. Das verloren die Schwaben mit 1:2.
  • 1993 – Horst Heese (Eintracht Frankfurt): Aus 5:2 mach 0:2 – da der Eintracht-Trainer im Spiel gegen Uerdingen ebenfalls einen Ausländer zu viel einwechselte, verlor die SGE nachträglich am grünen Tisch.
  • 1995 – Giovanni Trappatoni (FC Bayern München): Was erlaube Trap? Auch der Maestro vollbrachte während seiner Amtszeit beim FC Bayern einen verheerenden Wechselfehler. Der 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt wurde nachträglich in ein 0:2 gewertet, da der Italiener mit Didi Hamann einen vierten Vertragsamateur aufs Feld schickte. Erlaubt waren jedoch nur drei.
  • 1995 – Winnie Schäfer (Karlsruher SC): Der Trainer mit der unverwechselbaren Mähne brachte 1995 in der Partie gegen Bayer Leverkusen mit Sergei Kirjakow einen vierten Ausländer aufs Feld. Da der KSC jedoch eh mit 1:4 verlor, blieb das Ergebnis stehen.
  • 1996 – Klaus Augenthaler (FC Bayern München): Erneut der FC Bayern. "Auge" saß am letzten Bundesligaspiel der Saison 1995/1996 für Interimscoach Franz Beckenbauer auf der Bank und leistete sich prompt einen peinlichen Fehler. Der Trainer wechselte vier Spieler ein. Da Fortuna Düsseldorf jedoch auf einen Einspruch verzichtete, blieb es beim 2:2.
  • 1998 – Otto Rehagel (1. FC Kaiserslautern): Auch Otto der Große war nicht unfehlbar. Im Spiel des damals amtierenden Deutschen Meisters 1. FC Kaiserslautern  wechselte "Rehakles" mit Hany Ramzy einen vierten Nicht-Europäer ein. Als der Trainer seinen Fauxpas bemerkte, forderte er Ramzy auf, eine Verletzung zu simulieren und wechselte ihn wieder aus. Nach seiner Auswechslung konnte Ramzy sein Lachen nur schwer verbergen. Da der FCK das Spiel verlor, verzichtete Bochum auf einen Protest.
  • 2004 – Erik Geerts (VfL Wolfsburg): Mark van Bommel war im Spiel gegen Preußen Münster nicht dereinzige Wolfsburger Trainer, dem ein Wechselfehler in der ersten Pokalrunde passiert ist. 2004 bot Erik Geerts gegen die Amateure des 1. FC Köln den damals nicht spielberechtigten Marian Hristov auf. Am grünen Tisch gewannen schließlich die Rheinländer.
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