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Neue Investitionen in die SCP-Spielstätte

Sportausschuss beschließt: Preußenstadion soll sicherer werden!

Ein neues Stadion ist noch in weiter Ferne. Dennoch tut sich etwas rund ums Preußenstadion. Der Sportausschuss der Stadt Münster hat jetzt neue Investitionen festgelegt. Diese sollen insbesondere die Sicherheit der Preußen-Fans gewährleisten.

Von Sohrab Dabir

Das Preußenstadion in Münster Foto: Sohrab Dabir/msl24.de
  • Bereits seit 1989 ist der Neubau des Preußenstadions Gesprächsthema
  • Immer wieder wurde über einen Umbau des Stadions an der Hammer Straße diskutiert, doch diese Option ist seit 2007 vom Tisch.
  • Der Standort Bösensell kristallisiert sich in jüngsten Entwicklungen als realistischste Variante.
  • Neue Investitionen sollen Preußenstadion voranbringen

Neuste Entwicklung: Investitionen in die Stadionsicherheit

+++ 6. September 2018: +++

100.000 Euro: So viel Geld soll demnächst in das Preußenstadion investiert werden. Der Sportausschuss der Stadt Münster beschloss am Mittwoch (5. September), die Sicherheit der Spielstätte des SC Preußen Münster zu verbessern. Knapp 60.000 Euro sollen in erneuerte Zäune und Tore an den Eingängen zum Stadion fließen. Diese Investition sei eine Forderung seitens des DFB gewesen, wie die WN berichtet.

31.686 Euro sollen zudem in neue Absperrgitter im Gästebereich kosten. Für eine neue Kamera im Jugenstadion wird 6281 Euro investiert.

Eine emotionale Debatte habe es diesbezüglich im Sportausschuss gegeben. Verwundert zeigten sich die Grünen, dass dieser Tagespunkt nicht im Vorfeld schriftlich angekündigt wurde, sondern von Sportsamtleiter Michael Willnath nur unter dem Punkt "Berichte und Mitteilungen der Verwaltung" mündlich vorgetragen wurde.

Münster - Diese Chronik gibt einen Überblick über die bisherigen Geschehnisse.

Juni 1989 – Wie alles begann

Es ist ein Satz, der heute wie Hohn klingen mag, aber bei vielen alteingesessenen Preußen-Fans noch bestens im Gedächtnis sein dürfte. "Ihr bekommt Euer neues Stadion", tönte der damalige Oberbürgermeister der Stadt Münster Jörg Twenhöven im Jubelrausch und in Sektlaune nach dem Aufstieg der Preußen in die 2. Liga. Geplanter Standort: Die Hammer Straße. Schnell wurden diese Pläne jedoch wieder ad acta gelegt, als das Rathaus die Kosten für ein eventuelles neues Preußenstadion als zu hoch einstufte.

April 1994 – Der Preußen-Park

Einige Jahre ziehen ins Land, bis das Stadion-Thema neu entflammt. Die Stadt Münster bietet dem Hamburger Unternehmen ECE, einer Immobilientochter des Otto-Konzerns, das Grundstück des Preußenstadions kostenlos an. Im Gegenzug soll ECE das neue Stadion bauen und daneben ein Einkaufszentrum errichten dürfen. So sollte die Finanzierung des Stadions gewährleistet werden. Geplant war eine komplett überdachte Arena mit 22 500 Sitzplätzen sowie 2000 Parkplätzen. Das Projekt bekam den Namen "Preußen-Park".

September 1996 – Stadt gibt grünes Licht für Preußen-Park

Zwei Jahre nach der offiziellen Vorstellung des "Preußen-Parks" gibt die Stadt Münster dem Projekt grünes Licht. Mit 46 zu 20 Stimmen wird dessen Realisierung im Landhaus Münster zugestimmt. Doch schnell formiert sich Widerstand. Bei Münsters Kaufleuten kommt das geplante Einkaufszentrum nicht gut an. Ein Anwohner reicht beim Oberverwaltungsgericht Klage gegen das Projekt "Preußen-Park" ein. Im September 1997 mahnt das Land Nordrhein-Westfalen die Überprüfung des Baubeschlusses an.

Dezember 2000 – Bebauungsplan wird gekippt

Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam. Drei Jahre nach der Klage kommt es zur Verhandlung in Münster. Nach fünf Stunden erklärt Richter Volkrad Steh den Bebauungsplan Nummer 400 wegen gravierender Mängel für nichtig. Die Stadt habe die Verkehrsauswirkungen sowie die Belange der benachbarten Bevölkerung nicht genug berücksichtigt, heißt es in der Urteilsbegründung. Das Projekt "Preußen-Park" ist damit gescheitert. Die Uhren werden wieder auf Null gestellt.

November 2002 – Zwei Standorte für's neue Stadion

Gemeinsam mit dem Sportrechtevermarkter "Sportfive" planen Preußen-Präsident Thomas Herda und Schatzmeister Hermann Brück einen Stadion-Neubau. Am Hessenweg oder am Nieberdingweg soll das 25 Millionen teure Stadion entstehen. Falls dieses Projekt nicht realisiert werden könne, will die Stadt das Stadion an der Hammer Straße renovieren. Herda präferiert den Neubau am Hessenweg und schätzt die Chance, dass das Stadion dort gebaut wird, als "relativ hoch" ein.

Schön ist definitiv anders. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

April 2003 – Widerstand gegen den Hessenweg

Preußens Schatzmeister Hermann Brück formulierte es deutlich: "Der Hessenweg ist tot!" Vertreter des SCP sowie die Stadtverwaltung einigen sich darauf, dass es vernünftig sei, den Standortvorschlag nicht weiter zu verfolgen. Benachbarte Unternehmen hatten ihren Unmut über das geplante Stadion in ihrem Umfeld geäußert. Daher rückt die Nieberdingstraße nun in den Fokus, das ab 2010 Heimat der Adlerträger werden soll. Doch auch hier formiert sich Widerstand der Bewohner, die befürchten, dem neuen Stadion zum Opfer zu fallen.

August 2003 – Stadion in Bössensell?

Erstmals kommt der Name "Bösensell" in Verbindung mit einem neuen Standort des Preußenstadions. In einem "unverbindlichen Informationsgespräch" mit Alfred Holz, dem damaligen Bürgermeister von Senden, wird diese Option diskutiert. Das Echo auf die Pläne ist geteilt.

Juli 2007 – CDU will Neubau unterstützen

Vier Jahre später beschließt Münsters CDU-Ratsfraktion, dem SC Preußen beim Ausbau des Stadions zu unterstützen. Unabhängig von den Plänen rund um die Nieberdingstraße, wolle man den Anhängern des SCP attrakivere Bedingungen schaffen. Die Stadt Münster kündigt derweil an, den Politikern einen Vorschlag für die geplante Renovierung zu unterbreiten.

November 2007 – Duisburger Bauunternehmer nimmt sich der Sache an

Gemeinsam mit dem Duisburger Bauunternehmer und Präsidenten des MSV Duisburg Walter Hellmich, der bereits am Neubau der MSV-Spielstätte beteiligt war, sowie Rudi Assauer, lotet Preußen-Präsident Marco de Angelis eine gemeinsame Zusammenarbeit für das Stadionprojekt aus.

Mai 2008 – Preußen und die Hellmich AG

Hellmich und der SC Preußen, der zu dieser Zeit in der Oberliga kickt, stellen die gemeinsamen Pläne zum Umbau des Stadions vor. Das Konzept sieht eine neue Haupttribüne für 2700 Zuschauer, eine überdachte Gegengerade sowie eine "Revitalisierung" der gesperrten Westkurve vor. Die Kosten sollen sich auf fünf Millionen Euro belaufen, die die Stadt Münster zur Verfügung stellen will.

August 2008 – Preußen Münster kooperiert mit Bremer AG

Bald war die geplante Zusammenarbeit jedoch schon wieder beendet. Im August des selben Jahres geben die Hellmich AG und der Verein das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Der Duisburger Bauunternehmer sei aufgrund gestiegener Preise für Stahl und Rohstoff nicht mehr bereit gewesen, die Haupttribüne für die vereinbarten Kosten zu sanieren. Stattdessen holt Preußen Münster sich nun die Bremer AG ins Boot, die bereits das Paderborner Stadion gebaut hatte. Für Dezember des selben Jahres ist der Umbau des Preußenstadions geplant.

Dezember 2008 – Aufsichtsrats-Mitglied stirbt

Erich Weber, Aufsichtsrats-Mitglied bei Preußen Münster, war Mitglied der "Stadion-Task-Force" und maßgeblich beteiligt am Plan zur Sanierung der maroden und stillgelegten Westkurve des Preußenstadions. Am 10. Dezember 2008 verstarb Weber im Alter von 62 Jahren. Nach dessen Tod wurden die Arbeiten in der Kurve bis heute nicht mehr fortgesetzt.

Januar 2009 – Unfall bei Baumaßnahmen

Während der Bauarbeiten an der neuen Tribüne des Preußenstadions kommt es zu einem Unfall. Drei der sechs Dachträger, jeweils knapp 20 Tonnen schwer, stürzen ein und verletzen zwei Bauarbeiter leicht. Auf den Spielbetrieb sowie die weiteren Umbaumaßnahmen hat dies jedoch keine Auswirkungen.

Ein Anwohner des Düesbergwegs reicht zudem Klage gegen die Baugenehmigung ein, weil er eine zu hohe Lärmbelästigung bei Spielen von Preußen Münster fürchtet. Beide Parteien einigen sich darauf, dass die Westkurve überdacht wird, falls das Stadion in einer Halbserie von mehr als 12 000 Zuschauer besucht wird. Im März 2009 wird der erste Tribünenabschnitt fertiggestellt.

März 2012 – Streitpunkt Rasenheizung im Preußenstadion

Ein weiterer Streitpunkt beim Thema Stadion: Der schlechte Rasen beziehungsweise die fehlende Rasenheizung. Preußen-Clubchef Marco de Angelis treibt die Sache voran. SPD, FDP und Grüne stellen sich zunächst jedoch gegen eine durch die Stadt Münster finanzierte Rasenheizung. Die CDU befürwortet die Maßnahme. Am Ende einigen sich die Parteien auf einen Kompromiss. Kostenpunkt: knapp 900 000 Euro.

Wie von der Schafsweide sieht er aus – der Rasen im Preußenstadion Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Oktober 2016 – Strässer wird Club-Chef bei Preußen Münster

Der SC Preußen Münster bekommt eine neue Führungsriege. Christoph Strässer, bis 2014 Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion, wird neuer Club-Präsident. Walther Seinsch wird Vorstandsmitglied. Beide wollen das ewige Thema "Stadion-Umbau" verstärkt in Angriff nehmen.

Juni 2017 – Neuer Bebauungsplan für das Preußenstadion

Die Stadt Münster präsentiert einen neuen Bebauungsplan für einen Umbau des Preußenstadions an der Hammer Straße. Münsters Spielstätte soll zweitligatauglich gemacht werden, so der Bebauungsplan Nummer 568 „Sportpark Berg Fidel“. Preußens neuer Vorstand stellt den Standort jedoch infrage und bringt einen Neubau an anderer Stelle ins Spiel.

Oktober 2017 – Kein Stadion in Münster

Der Traum vom neuen Stadion für die Preußen im Stadtgebiet Münster ist geplatzt. Auf einer Ratssitzung wird beschlossen, die Suche nach einem innerstädtischen Standort zu beenden. Der Standort Bösensell wird nun verstärkt ins Visier genommen.

Januar 2018 – Verein wird zur Kapitalgesellschaft

Der Verein beschließt auf einer ordentlichen Versammlung die Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. 84,21 Prozent der Mitglieder stimmen dafür. Die Führungsriege erhofft sich dadurch, neue Investoren für das Stadion anzulocken. Die Preußen strecken ihre Fühler bereits nach Senden und Greven aus und bekommen aus den Gemeinden positive Signale.

Klare Sache bei der Ausgliederungsabstimmung ⚫️⚪️💚

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März 2018 – Verhandlungen mit Bösensell laufen

Gemeinsam mit der Gemeinde Senden intensiviert die Vereinsspitze die Verhandlungen um einen Neubau des Preußenstadions in Bösensell. Bürgermeister Sebastian Täger und Christoph Strässer bezeichnen den Standort zwischen der A 43, L 550 und dem Bahnhof als "optimal". Wenn alles gut laufe, so der Vereinsboss, könnten die Adlerträger ab der Saison 2022/23 hier schon ihre Heimspiele austragen.

Juni 2018 – Raatssitzung kommt nicht voran

Eine Debatte – viele verschiedene Meinungen. So lässt sich die Ratssitzung des Sportausschusses der Stadt Münster am Dienstag (12. Juni) zusammenfassen. Die Ratsmitglieder diskutierten den Bebauungsplan, der im Juni 2017 beschlossen wurde und einen Neubau außerhalb Münsters vorsieht. Während CDU und Grüne die Planungen für ein Stadion für 20.000 Zuschauer begrüßten, will die FDP mit der Beschließung des Plans warten, bis der Verein zur Stadionfrage äußert, berichtet die WN. Eine endgültige Entscheidung soll in der Ratssitzung am 4. Juli fallen.

Juli 2018 – Der Bebauungsplan steht

Nun ist es offiziell: Der Rat der Stadt Münster hat in seiner Sitzung den Bebauungsplan "Sportpark Berg Fidel" abgesegnet – mit zwei Jahren Verspätung. Der Plan legt fest, dass das Stadion an der Hammer Straße saniert und modernisiert wird. Aber: Da es keine zuverlässigen Aussagen zur Finanzierung des Stadions gibt, soll das derzeitige Preußenstadion auch trotz des Bebauungsplans nicht langfristig als Spielstätte des SCP dienen. Ein Stadion an einem anderen Standort – vermutlich außerhalb Münsters – gilt weiterhin als die einzig realistische Lösung.

September 2018 – Investitionen in die Stadionsicherheit

100.000 Euro: So viel Geld soll demnächst in das Preußenstadion investiert werden. Der Sportausschuss der Stadt Münster beschloss am Mittwoch (5. September), die Sicherheit der Spielstätte des SC Preußen Münster zu verbessern. Knapp 60.000 Euro sollen in erneuerte Zäune und Tore an den Eingängen zum Stadion fließen. Diese Investition sei eine Forderung seitens des DFB gewesen, wie die WN berichtet.

31.686 Euro sollen zudem in neue Absperrgitter im Gästebereich kosten. Für eine neue Kamera im Jugenstadion wird 6281 Euro investiert.

Eine emotionale Debatte habe es diesbezüglich im Sportausschuss gegeben. Verwundert zeigten sich die Grünen, dass dieser Tagespunkt nicht im Vorfeld schriftlich angekündigt wurde, sondern von Sportsamtleiter Michael Willnath nur unter dem Punkt "Berichte und Mitteilungen der Verwaltung" mündlich vorgetragen wurde.

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