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Anonymes Schreiben will Stadion verhindern

"Wollen wir das wirklich?" – Angst vor Preußen-Randale in Bösensell

Ein dubioses Schreiben macht derzeit in Bösensell die Runde. Dort hetzt der anonyme Verfasser gegen ein mögliches Stadion von Preußen Münster. Grund: Die bösen Fans.

Von Sohrab Dabir

Mit einem anonymen Schreiben wird versucht, gegen ein Preußenstadion in Bösensell zu mobilieren. Foto: Screenshot Google Maps

Münster/Bösensell – Als wäre die Debatte um ein mögliches Preußen-Stadion in Bösensell in den vergangenen Wochen nicht genug hochgekocht geworden, kommt jetzt noch weiter Zündstoff in das Thema. In Bösensell macht derzeit ein Schreiben die Runde. Der Tenor: Ein Stadion in der Gemeinde würde Horden prügelnder Münsteraner mit sich ziehen.

Das Pamphlet, das jetzt publik wurde, beginnt mit der Überschrift: "Wollen wir das wirklich?". Der – wohlgemerkt anonyme – Verfasser beklagt darin, dass "wir als Bürger [...] vom Verein völlig missachtet und an der Nase herumgeführt" würden. Ein Stadion des SC Preußen Münster hätte nämlich die Folge, dass neben dem ständigen Verkehrschaos und zugemüllten Straßen auch die Eskapaden der SCP-Fans nach Bösensell kämen.

Anonymes Schreiben in Bösensell: Angst vor Preußen-Münster-Fans

Um seiner These Nachdruck zu verleihen, dass mit einem Stadion in der Gemeinde prügelnde und randalierende Vandalen nach Bösensell einlaufen würden, werden einige Überschriften aus Presseartikeln veröffentlicht, die möglichst viel Angst vor Fußballfans, auch von Preußen Münster, schüren soll.

Dieser Zettel geht derzeit in Bösensell rum und verbreitet Stimmung gegen ein mögliches Preußen-Stadion . Foto: privat

Lesen Sie hier unsere Chronik zum Umbau des Preußenstadions

Schreiben aus Bösensell gegen Preußen Münster ohne Substanz

Die Überschriften lesen sich im ersten Moment tatsächlich besorgniserregend, beim zweiten Hinsehen wird jedoch deutlich, dass die meisten Vorfälle entweder nichts mit Preußen Münster zu tun haben ("Hansa Rostock: Chaoten randalieren") oder schon fast vier Jahre alt sind (Berichterstattung zum Derby gegen VfL Osnabrück mit mehreren Verletzten).

Im Rahmen von Spielen von Preußen Münster hat es in diesem Kalenderjahr jedoch keine nennenswerten Polizeieinsätze gegeben. Das Schreiben wird das Thema Preußenstadion vermutlich nicht weiter beeinflussen, zeigt jedoch auch, dass eine transparente Kommunikation in der Stadiondebatte seitens der handelnden Personen unabdinglich ist.

Nach Anti-Preußen-Schreiben: Münster-Fanclub äußert sich

Mittlerweile hat sich auch Münsters Fanclub "Gertie's Adler" zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme schreiben sie als Antwort auf das Schreiben aus Bösensell: "Was dort so provokant dargestellt ist, können wir als größter Fan-Club der Preußen nicht nachvollziehen. In jeder Art von Versammlungen gibt es bestimmte Gruppen die sich nicht an die Regeln halten."

Sie bedauern zudem, dass einige Menschen in Bösensell anscheinend so eine Meinung über die Fans von Preußen Münster haben und hoffen, dass das Schreiben nicht die Meinung der gesamten Bevölkerung Sendens entspricht.

Auf die finanzielle Unterstützung kann der SCP weiter hoffen: Von der Stadt soll Preußen Münster im kommenden Jahr 900.000 Euro erhalten.

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