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Beim 1:4 gegen den KSC

Wütende Fans, prügelnde Ultras: Preußen Münsters Tag zum Vergessen

Das letzte Heimspiel von Preußen Münster wurde zum Desaster. Sowohl sportlich, als auch aufgrund einiger Szenen abseits des Spielgeschehens. Besonders unrühmlich verhielten sich rund 20 SCP-Fans. Ein Kommentar von Sohrab Dabir.

Von Sohrab Dabir

Die Gästebank des Preußenstadions wurde nach dem Spiel von feiernden KSC-Fans verwüstet. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Update: 14. Mai. Münster – Während des Platzsturms wurde ein 13-Jähriger leicht verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Wie jetzt aufgetauchte Videoaufnahmen zeigen, wurde der Balljunge wohl von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen. Alles weitere dazu lesen Sie in unserem Preußen-Münster-Artikel zu dem Thema.

Wütende Fans, prügelnde Ultras: Preußen Münsters Tag zum Vergessen

Münster – Eigentlich sollte es ein besonderer Tag werden: Fürs letzte Heimspiel der Saison war alles hergerichtet. Fast ein Dutzend Spieler wurden herzlich verabschiedet, in der Halbzeit wurden die 89er Aufstiegshelden gefeiert. Und dann gab es noch ein attraktives Spiel gegen den Tabellenzweiten.

Doch bereits da begann der rabenschwarze Tag für Preußen Münster. Die Adlerträger gingen mit 1:4 unter und hatten dem KSC nichts entgegenzusetzen. Die Fans der Adlerträger mussten also zusehen, wie der Badener Club im eigenen Stadion seinen Zweitliga-Aufstieg feiert – und da begann das zweite Ärgernis des Tages.

Preußen Münster: Wut der Fans entlädt sich im Internet

Mit seiner Entscheidung, den Heimblock K den Gästefans zu überlassen, machte sich Preußen Münster bereits im Vorfeld nicht gerade beliebt bei den eigenen Anhängern. Den erwartbaren Platzsturm nach der Partie konnte die Polizei nicht ansatzweise verhindern – auch wenn sie sich vor dem Abpfiff mit einem Großaufgebot vor dem Gästeblock positionierte. Nach dem Spiel gab es bei den KSC-Fans kein Halten mehr. Da konnte auch das dünne Seil nicht helfen, das die Ordner vor sich spannten.

Die Wut der Preußen-Anhänger entlud sich danach in den sozialen Medien. Der Verein entschuldigte sich auf Facebook dafür, dass sich die Mannschaft aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht bei den Fans aus Münster verabschieden konnte. Darunter hagelte es Spott und Häme: "Ganz ehrlich, das was heute und im Vorfeld passiert ist, ist mit nichts zu entschuldigen. Wir wurden aus unserem Block vertrieben, ihr habt dem Gegner ein Heimspiel geschenkt und lasst die Fans dann noch auf eurem Rasen feiern. Das ist nicht hinnehmbar, so darf man mit dem eigenen Anhang nicht umgehen", kommentierte Christian P. die Ereignisse. Die Wut ist nachzuvollziehen.

Die Polizei konnte den Platzsturm der KSC-Fans nicht verhindern. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Preußen Münster muss Spott über sich ergehen lassen

Ein Journalist des NDR meldete sich ebenfalls zu Wort: "Es wird übrigens bundesweit über den SCP gelacht. Als Journalist im Öffentlich-Rechtlichen wurde ich in den letzten Tagen bestimmt 20 Mal angeschrieben von Kollegen im SWR, BR, RBB, MDR und anderen - was denn da wohl schiefgelaufen sei und wie peinlich sich ein 'Profi'-Verein seinen Fans gegenüber verhalten könne. Bedankt!", schrieb er auf Preußen Münsters Facebook-Seite.

So bitter die Entscheidung war, den Heimblock herzugeben – anders konnte Preußen Münster die 3000 angereisten Karlsruher vermutlich nicht unterbringen. Der Ärger der SCP-Anhänger, aus ihrem eigenen Block verdrängt worden zu sein und danach zuzusehen, wie die Gäste Teile ihres Stadions verwüsten, ist hingegen verständlich. Eine Möglichkeit wäre es gewesen, erst gar nicht so viele Tickets nach Baden zu verschicken.

Wie hoch der Schaden nach dem Platzsturm wirklich ist, ist noch nicht bekannt. Foto: Sohrab Dabir/msl24.de

Vor dem Spiel: Fans von Preußen Münster prügeln auf KSC-Anhänger ein

Nicht verständlich war hingegen das Verhalten von rund 20 Preußen-Ultras, die sich im Vorfeld der Drittliga-Partie einmal mehr unrühmlich verhielten. Einige Fans aus Karlsruhe besuchten vor dem Spiel ein Café am Hafen in Münster. Gegen 11 Uhr stürmten plötzlich vermummte SCP-Anhänger das Lokal und fingen an, auf die Gästefans einzuschlagen.

Dabei wurde ein 60-jähriger Fan aus Karlsruhe verletzt: Als die Preußen-Münster-Anhänger dessen Fahne klauen wollten und er dies zu verhindern versuchte, bekam er einen Faustschlag verpasst. Als er auf dem Boden lag, traten einige SCP-Chaoten auf den Mann drauf.

Es war der traurige Höhepunkt eines unrühmlichen Tages rund um den 37. Spieltag, an dem der Verein einiges an Kredit bei Teilen seiner Anhänger verspielt hat. Aber an dem auch einmal mehr die Ultras von Preußen Münster gezeigt haben, zu was für armselige Aktionen sie im Stande sind.

Wie hat der SCP gespielt? Wann stehen die nächsten Spiele an? Sehen Sie hier den Spielplan der Saison 2019/2020 von Preußen Münster in der Übersicht.

Vor dem Duell gegen den MSV Duisburg gibt es beim SCP jetzt wieder Ärger. Preußen Münster hat beschlossen, den Fanblock O von den anderen abzutrennen. Die Fanszene hat daraus nun Konsequenzen gezogen.

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