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Die häufigsten Fragen rund um Kredite

Angesichts des seit Jahren niedrigen Leitzinses ist der Anreiz momentan groß, einen Kredit aufzunehmen. Das Geld ist billig und traditionelles Sparen, das sich auf die Zinsangebote der Bank stützt, ist momentan kaum realisierbar.

Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com, © Raten-Kauf, CC0 1.0

Dementsprechend wird viel investiert – oftmals gestützt auf Kredite. Insbesondere Erwerb und Sanierung von Immobilien ist derzeit populär. Doch nur weil es gerade opportun scheint, sich auf einen (dank niedriger Zinsen) günstigen Kredit zu stürzen, sollte man doch einige Überlegungen im Vorfeld anstellen. Denn auch die Banken haben kein Geld zu verschenken und holen sich ihr Geld anderweitig. Beispielsweise über die Kreditnebenkosten.

Auswirkungen des niedrigen Zinsniveaus auf Kredite

Schon seit Jahren drücken die Zentralbanken in der EU und in den USA den Leitzins praktisch auf null. Für die Banken ist das ein hartes Brot, da sie in ihrem Alltagsgeschäft dadurch klar gehemmt sind. Ihren Sparern können sie keine attraktiven Zinsen bieten, sodass die konventionelle Form der Vermögensbildung für Jedermann – Sparen und vom Zinseszinseffekt profitieren – momentan auf dem Abstellgleis steht. Gleichzeitig bewegt sich das Zinsniveau für Kredite ebenfalls auf einem sehr niedrigen Niveau, wodurch das traditionelle Bankengeschäft schon seit Jahren mit minimalen Margen arbeiten muss.

Dementsprechend drehen sich die häufigsten Fragen rund um Kredite dieser Tage vor allem darum, auf welche Feinheiten zu achten ist. Ist das niedrige Zinsniveau für Kreditnehmer wirklich der sprichwörtliche, geschenkte Gaul? Immerhin profitieren sie und Verschuldete generell von einem niedrigen Zinsniveau. Jedoch laufen die Banken hier keineswegs blind ins offene Messer. So werden unter Umständen bei Fragen der Bonität und der Zweckbindung etwas rigidere Maßstäbe angelegt als sonst. Und auch die oftmals verschachtelten Kreditnebenkosten werden höher angesetzt.

Was genau sind Kreditnebenkosten?

Bei Kreditnebenkosten handelt es sich um mehr oder minder versteckte Kosten, welche die Bank für optionale Kredit-Services geltend macht. Eine Stellschraube, an der die Banken derzeit gerne nach oben drehen, um den niedrigen Zins zu kompensieren. Das Subtile ist dabei, dass der Terminus „Kreditnebenkosten“ niemals als Größe auf irgendeiner Rechnung der Bank auftauchen wird. Der Kreditnehmer selbst muss sich also alle optionalen Kosten durchrechnen, die auf ihn zukommen könnten, wenn er entsprechende Zusatzangebote in Anspruch nehmen will.

Dabei geht es keineswegs nur um in diesem Zusammenhang recht offensichtliche Posten, wie eine Restschuldversicherung, mit der sich die Bank vor Zahlungsausfall schützt. Auch Dinge wie Ratenaussetzung oder selbst eine Sondertilgung können bereits mit Gebühren behaftet sein, die ebenfalls die Kreditnebenkosten in die Höhe treiben. Wer also die Eventualität von Ratenaussetzungen oder Sondertilgungen mit einbeziehen möchte, sollte vorab schauen, mit welchen Kosten diese verbunden sind.

Recht umstritten ist die Restschuldversicherung. Sie wird von den Banken gerne als beiderseitige Sicherheit angeboten. Doch gerade bei schwächerer Bonität können Banken auch auf die Inklusion einer Restschuldversicherung beharren und davon abhängig machen, ob sie überhaupt den Kredit gewährt oder nicht. Solch verbindliche Restschuldversicherungen sind schon seit Jahren ein Streitthema und haben, laut BGH-Urteil, bereits einen Schuss vor den Bug bekommen. Laut diesem müssen Banken die Kosten für die Restschuldversicherung bei der Berechnung des effektiven Jahreszins im voraus mit einpreisen. Tut eine Bank das nicht, ist das bereits ein rechtlich valider Grund, um den Kredit von Kreditnehmer-Seite zu kündigen.

Was kommt auf den Kreditnehmer zu, wenn er einen Kredit kündigt?

Ein Kredit kann auch von Seiten des Kreditnehmers gekündigt werden. Die Kündigungsfrist liegt dabei bei einem Monat. Nur alte Kredite, die noch vor dem 11.06.2010 abgeschlossen wurden, haben eine dreimonatige Kündigungsfrist. Diese Regelung gilt für alle Verbraucherkreditverträge zwischen 200 Euro und 75000. Die Kündigung muss natürlich schriftlich erfolgen und die Vorfälligkeitsentschädigung darf bei Krediten, die noch länger als ein Jahr laufen, maximal 1% der Restschuld betragen. Liegt die restliche Laufzeit unter einem Jahr, darf sie maximal 0,5% betragen.

Natürlich muss die zum Zeitpunkt der Kündigung bestehende Restschuld an die Bank zurückgezahlt werden. Wer diese Summe nicht zur Hand hat, kann aber auch auf einen günstigeren Kredit umschulden, um so die Restschuld zu besseren Bedingungen abzutragen. Natürlich muss auch im Falle einer Umschuldung zuvor die formale Kündigung des alten Kredits erfolgen.

Vorsicht bei Krediten ohne Schufa

Wer finanziell angeschlagen ist und keine gute Bonität vorzuweisen hat, der wird vielleicht an einem Kredit ohne Schufa interessiert sein. Jedoch sollte man sich hierbei keine Illusionen machen. Denn niedriger Leitzins hin oder her – gerade bei solchen Angeboten nehmen die Banken nach wie vor höhere Zinsen, um sich zusätzliche Sicherheit (in Anbetracht der schlechten Bonität des Kreditnehmers) einzuräumen. Zumal solche Kredite ohne Schufa selten über 3.000 Euro hinausgehen. Es sind also immer nur vergleichsweise kleine Verbraucherkredite. Dafür liegt bei diesen Krediten keine Zweckbindung vor.

Foto: Pixabay.com, © Vi5-a-Vi5 , CC0 1.0

Jedoch sollte man immer skeptisch sein, wenn höhere Kreditbeträge (über 3.000 Euro) ohne Schufa von obskuren Kreditgebern angeboten werden. Gerade im Netz tummeln sich dubiose Akteure, die vergleichsweise hohe Kredite ohne Schufa in Aussicht stellen, dafür aber eine Vorleistung des Kreditnehmers verlangen. Sobald dieser in Vorleistung geht, wird er nicht mehr von den vermeintlichen Kreditgebern hören. Es ist eine billige und verbreitete Form der Abzocke!

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