1. www.hallo24.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Diese Strategien bringen die Digitalisierung in der Region voran

  6. >

Diese Strategien bringen die Digitalisierung in der Region voran

Neben der offiziellen Digitalisierungsstrategie der Stadtverwaltung Münster gibt es zahlreiche weitere Initiativen, die den Ausbau der Digitalisierung zum Ziel haben. So breit gefächert die Anforderungen und Themen sind, so vielfältig fallen die geplanten Strategien dafür aus. Ein Überblick.

Von Aschendorff Medien

Foto: © stock.adobe.com/studio v-zwoelf

Über die letzten Jahre hinweg wurde die allgemeine Digitalisierungsstrategie der Stadt Münster auf den Weg gebracht. Seither dient sie als Wegweiser wenn es um den Transformationsprozess in die digitale Ära geht. Jedoch ist die Modernisierung noch lange nicht abgeschlossen, was vor allem – aber längst nicht nur – für die Verwaltung gilt. Ziel ist stattdessen die langfristige, umfassende sowie nachhaltige Entwicklung der Stadt hin zu einem digitalen Vorreiter in sämtlichen Bereichen. Das betrifft neben der Verwaltung auch die Wirtschaft, die Bildung, die Mobilität, die Sensorik sowie die Energie. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Digitalisierung in vier Phasen umgesetzt, die sich bei Bedarf beliebig oft wiederholen können:

1.     Entwicklung von Visionen und Konzepten

2.     Beschluss konkreter Maßnahmen

3.     Umsetzung dieser Maßnahmen und Projekte

4.     Abschließende Bewertung und Auswertung

In diese Phasen werden alle betroffenen Personen sowie Institutionen eingebunden. Dazu gehört neben der Verwaltung beispielsweise auch die Polizei, die nicht nur in der Region Münster in den vergangenen Jahren immer häufiger eine Vorbildrolle eingenommen hat, wenn es um den Digitalisierungsfortschritt ging. Doch dazu später mehr. Wie also steht es um die Digitalisierung in Münster derzeit?

Ein kurzer Blick auf die Digitalisierungsstrategie

In Münster wird die Digitalisierung vor allem als Chance betrachtet, um als Standort attraktiver zu werden. Deshalb soll der digitale Wandel aktiv vorangetrieben werden, um sowohl die wirtschaftliche Attraktivität zu steigern als auch die Lebensqualität für die Privatpersonen. Unterm Strich sollen also alle von der Digitalisierung profitieren. Damit das gelingt, müssen die gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt und gegebenenfalls umgestaltet werden, um digitale Innovationen anzuregen und dafür geeignete Strukturen zu implementieren. Eine große Hürde stellen diesbezüglich noch die digitalen Technologien in der Verwaltung dar, wenn es beispielsweise um Themen wie den Datenschutz geht. Erst einmal sollen daher die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um die gewünschten Maßnahmen umzusetzen, ohne das E-Government-Gesetz aus dem Jahr 2013 zu verletzen. Gleichzeitig bestimmen solche gesetzlichen Anforderungen aber auch ein Stück weit über die Ziele, ja sogar Pflichten der Verwaltung, die zukünftig unter anderem in Münster gelten. Dazu gehören beispielsweise:

·         Elektronische Kommunikationskanäle

·         Elektronische Aktenführung

·         Ersetzendes Scannen

·         Elektronische Nachweise und Bezahlung

·         Maschinenlesbare Datenbestände

·         Elektronische Vorgangsbearbeitung

·         Ebenen-übergreifende IT-Kooperationen

·         Generelle Freischaltung der eID-Funktion

Außerdem sollen zeitnah immer mehr Verwaltungsleistungen auch online angeboten werden. Ziel ist dabei, dass die Unternehmen oder Privatpersonen die dafür notwendigen Online-Dienste mit maximal drei Klicks erreichen, um digitale Hürden abzubauen. All diese Ziele sind an die Leitsätze zur Digitalisierung angelehnt, welche die Stadtverwaltung Münster ebenfalls klar definiert hat. Sie besagen, dass Münsters Zukunft digital und lebenswert ist, dass sich Münster auf den Weg hin zu einer ganzheitlich digitalen Stadt macht, dass die Stadtverwaltung alle gesellschaftlichen Gruppen bei der Digitalisierung unterstützt und sich auch über ihre Funktion für die nicht-digitale Aufgabenwahrnehmung bewusst ist. Zumindest vorübergehend soll daher ein hybrides Modell entstehen, sprich jeder kann selbst entscheiden, ob entsprechende Dienstleistungen persönlich oder digital in Anspruch genommen werden.

Foto: © stock.adobe.com/nirutft

Digitalisierung ist in Münster eine Vision ohne Enddatum

Bereits seit mehreren Jahren weiß Münster also, wie die eigenen Ziele im Zuge der Digitalisierung aussehen. Allerdings wandelt sich diese Vision in regelmäßigen Abständen, denn in der Digitalisierungsstrategie ist auch klar festgehalten: „Digitalisierung ist kein Projekt! Sie ist eine nicht mehr umkehrbare, laufende, technische Weiterentwicklung ohne Enddatum“. Diese Weiterentwicklung findet längst nicht nur auf der städtischen Ebene statt, sondern betrifft auch Institutionen sowie Unternehmen jeder Art, Branche sowie Größe. Die Digitalisierung in Münster wird deshalb Hand in Hand mit verschiedenen Initiativen aus der Region und darüber hinaus umgesetzt. Alles, was den Transformationsprozess vorantreibt, ist nicht nur erlaubt, sondern sogar explizit erwünscht. Jeder, der technische Innovationen am Standort Münster platzieren und dadurch aktiv am Digitalisierungsprozess teilnehmen möchte, wird daher mit offenen Armen willkommen geheißen. Dazu gehören in den vergangenen Jahren beispielsweise IT-Unternehmen wie die Fiducia & GAD IT AG oder die Finanz Informatik GmbH, universitäre Forschungseinrichtungen wie das European Research Center für Information Systems, junge Initiativen wie das Netzwerk „Code für Münster“ oder der Venture Club Münster und der Digital Hub münsterLAND.

Das sind die Vorreiter in der digitalen Transformation

Der Digital Hub münsterLAND hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, die Digital- und Startup-Szene im Münsterland aktiv bei der Digitalisierung zu unterstützen. Dafür dient er als Austauschplattform, als Accelerator und Matchmaker. Doch auch bei den Behörden gibt es mittlerweile Vorreiter, wenn es um die Art und Weise geht, wie die Digitalisierung in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde. Ein Beispiel ist hierfür die Polizei, denn auch sie folgt längst einem eigenen Entwurf, wie bis zum Jahr 2040 eine umfassende Digitalisierung ermöglicht wird. Viele dieser Schritte wurden bereits umgesetzt, von digitalen Verwarnungsgeldern bis hin zu einer App mit „Einbruchradar“. Und auch die Polizei arbeitet mit externen Dienstleistern zusammen, um vom Know-how und den Innovationen echter Digitalisierungsexperten zu profitieren. VIS-Polizei beispielsweise ermöglicht eine digitale Aktenführung als Ermittlungs-, Kriminal- und Verwaltungsakte auf derselben Plattform. Somit wurde das Ziel der E-Akte nicht nur erfüllt, sondern sogar bereits übertroffen, denn die digitale Plattform bringt zahlreiche Zusatzfunktionen mit sich und ermöglicht eine digitale Zusammenarbeit auch mit anderen Behörden sowie der Justiz. Dieses Beispiel macht deutlich, inwiefern alle von solchen Kooperationen profitieren und selbst zum Vorreiter werden können.

Digitalisierung findet Stadt: Münster ist Smart City-Modellkommune

Es sind aber nicht nur einzelne Akteure, die in Münster eine Vorbildrolle einnehmen. Auch die Stadt im Gesamten wurde mittlerweile zur Smart City-Modellkommune ernannt. Hierfür konnte sie sich gegen 93 andere Städte durchsetzen und somit einen Förderzuschlag in Höhe von 9,5 Millionen Euro ergattern. Diese werden eingesetzt, um innovative Projekte umzusetzen, für die bislang schlichtweg das Budget fehlte. Diese Förderung wird unter dem Motto „Digitalisierung findet Stadt: Münsterzukunft gemeinsam machen“ eingesetzt und umfasst verschiedene Konzepte für die Stadtentwicklung sowie Nachhaltigkeit, natürlich stets vor dem Hintergrund digitaler Technologien. Insgesamt gehören dazu zwölf verschiedene Maßnahmen für alle Altersgruppen von jung bis alt, die nun sukzessiv umgesetzt werden, zum Beispiel „Young Smart City“ für Kinder sowie Jugendliche oder Funkhaus 2.0 zum Erwerb von (mehr) Medien- und Digitalkompetenz – und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Dass es in Münster nicht an Ideen mangelt, beweisen zudem die rund 50 Projekte, die sich insgesamt für die Förderung beworben haben.

Foto: © stock.adobe.com/zapp2photo

Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche

Natürlich wird die Digitalisierung in Münster aber auch unabhängig von Fördergeldern in immer mehr verschiedenen Lebensbereichen umgesetzt. So sind beispielsweise auch die Schulen in den vergangenen Jahren aktiv geworden und haben in Kooperation mit der Landesregierung eine Ausstattungsinitiative ins Leben gerufen, um die Grundvoraussetzungen für eine tiefergehende Digitalisierung der Bildung zu schaffen. Ebenso findet in der sozialen Arbeit derzeit eine digitale Transformation statt. Caritas hat dafür einen eigenen Strategieprozess entworfen, wobei der Caritasverband für die Diözese Münster acht verschiedene Pilotstandorte über drei Jahre bei ihrer digitalen Transformation begleitet. Betroffen ist zudem das Handwerk, das angesichts aktueller Probleme wie dem Fachkräftemangel oder den Lieferschwierigkeiten ebenfalls zunehmend auf Digitalisierung setzt, um die Flexibilität sowie Produktivität zu steigern. Und zuletzt verrät ein Blick in den aktuellen Stellenmarkt, dass entsprechende Experten branchenübergreifend gesucht werden – Tendenz steigend. Wer zusätzliche Hilfe braucht, findet im Veranstaltungskalender des Münsterlandes allerhand Workshops, Seminare und Beratungsangebote. Die Liste an Beispielen könnte ewig fortgeführt werden. In Münster ist die Digitalisierung also bereits in sämtlichen Lebensbereichen angekommen und das ist auch gut so, denn so können alle Akteure miteinander oder voneinander lernen. Dies könnte in den kommenden Jahren einen noch schnelleren Fortschritt im digitalen Wandel bedeuten und Münster somit die Vorreiterrolle sichern, welche die Stadt in den vergangenen Jahren einnehmen konnte.

Startseite
ANZEIGE