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Infrastruktur Nordrhein-Westfalen: Wie gut ist das Bundesland vernetzt

Ländliche Regionen sind im Vergleich zu einer größeren Stadt oft nicht ausreichend an das Verkehrsnetz angeschlossen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Doch wie weit ist die Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen fortgeschritten und wo liegt das Potenzial für neue Strategien?

von Aschendorff Medien

Foto: stock.adobe.com

Unterschiede in den Regionen

Um die Unterschiede in den einzelnen Regionen genauer zu definieren, wird ein Durchschnittswert verwendet. Dieser wird unter anderem von dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung angeboten.

Sie schätzten, dass rund 82 Prozent der Bevölkerung ein Mittel- oder Oberzentrum innerhalb von 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können.

Wer schneller ins Zentrum kommt, hat eine gute Anbindung. In einigen Regionen von Deutschland liegt der Wert über den 30 Minuten. Hierbei besteht noch ein Bedarf am Ausbau der Infrastruktur.

Um das ganze grafisch darzustellen hat das BBSR eine Online-Karte bereitgestellt. Diese Karte zeigt den aktuellen Zustand des Verkehrsnetzes in Deutschland. Hierbei werden die Unterschiede in den einzelnen Regionen deutlicher.

Nordrhein-Westfalen setzt sich bereits seit Jahren auf Bundesebene dafür ein, einheitliche Lebensbedingungen zu schaffen. Dabei ist die Sicherung der Mobilität ein essenzieller Baustein.

Was bedeutet gute Anbindung?

Je besser die lokale Infrastruktur ist, desto höher ist die Lebensqualität. Dabei stellt sich die Frage welche Faktoren sehr wichtig sind, um das zu ermöglichen. Verkehrsexperten teilen die Ortschaften dafür in mehrere Zentren ein:

  • Hauptzentrum
  • Mittelzentrum
  • Unterzentrum (Grundzentrum)

Dabei wird die Bedeutung eines Ortes durch seine Infrastruktur im Vergleich zu seiner Umgebung bestimmt. Zentrale Standorte übernehmen neben der Versorgung der Bewohner vor allem spezifische Entwicklungsfunktionen für die Bevölkerung des Einzugsgebietes.

  • Unterzentren: dienen dem täglichen Bedarf „Grundversorgung“
  • Mittelzentren: dienen dem mittelfristigen und periodischen Bedarf
  • Oberzentren: dienen dem langfristigen und spezialisierten Bedarf

Mehr als drei Millionen Menschen könnten durch die Reaktivierung der Bahnstrecken die Anbindung an die nächstgelegenen Zentren verbessern.

Deswegen stellt der Personen- und Güterverkehr einen wichtigen Faktor für die Lebensqualität der Bürger und die Standortqualität von Unternehmen dar. Dieses Vorgehen hat ebenso Vorteile für das Erreichen der Klimaziele.

Große Bandbreite von Zielen

Leistungsfähige Infrastruktur, zuverlässiger ÖPNV und neue Mobilitätsangebote sind nur einige der Ziele Nordrhein-Westfalens. Diese werden immer wieder verbessert und erweitert. Das sorgt ebenso dafür, dass das Bundesland sauber und sicher bleibt.

Die Landesregierung möchte weiterhin sicherstellen, dass die Pläne umgesetzt werden. Für das Jahr 2022 wurde eine Rekordsumme für Rad- und Nahmobilität, Sanierung und Erneuerung von Straßen und weitere Ziele vorgeschlagen. Das Ziel, nachhaltiger zu werden, steht dabei immer im Vordergrund.

Foto: stock.adobe.com

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußert sich in einem Interview wie folgt: „Wir haben die Verantwortung angenommen, der nächsten Generation ein klimaneutrales Land zu hinterlassen, das zugleich gute Arbeit und soziale Sicherheit garantiert und in dem der Preis für Mobilität nicht zur sozialen Frage wird. Die Dekarbonisierung vollenden und gleichzeitig mobiles Industrieland bleiben – diese Transformation des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist unsere Aufgabe.“

Eines der Ziele ist die Bahnausbaupolitik für eine bessere Anbindung. Die Landesregierung versucht, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, damit die Menschen vermehrt den Bus und die Bahn nutzen.

Der Ministerpräsident Wüst macht in einer Pressekonferenz deutlich: „Deutschland muss wieder Bahnland werden. Wir machen weiterhin Tempo beim Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und treiben in 2022 den Planungs-, Genehmigungs- und Bauhochlauf auf der Schiene weiter voran. Die Aufstockung des Planungsvorrats auf 34 Millionen Euro ist ein wichtiger Baustein für die Planung regionaler Bahnprojekte. “

Für das Bundesland ist es wichtig, den Straßenausbau weiter voranzutreiben. Dafür wurden im Laufe der Jahre immer neue Fördermittel eingeworben für die Finanzierung.

Dadurch haben die Einwohner die Möglichkeit auf das eigene Auto zu verzichten und stattdessen zum Beispiel mit dem Fahrrad zu fahren.

Rad fahren ist eine sehr gute Möglichkeit, um das Auto mal stehen zu lassen. Gerade auf kurzen Distanzen ist die Alternative tatsächlich schneller. Seit 2017 wurden 580 neue Radwege gebaut und 2022 wird es noch weitere finanzielle Unterstützung für dieses Vorhaben geben.

Ebenso wichtig für die Zukunft der Infrastruktur ist der digitale und autonome Fortschritt. Um diesem neu entstandenen Bedarf gerecht zu werden, wurde eine Fachabteilung mit dem Schwerpunkt geschaffen.

NRW hat die Angelpunkte nicht nur erforscht, sondern testet einige Modelle bereits. So wurde beispielsweise in Monheim am Rhein eine der ersten autonomen und barrierefreien Busse auf den Markt gebracht. Dieser verbindet den Busbahnhof und die angrenzende Altstadt.

Vollständig autonom fährt der Bus allerdings noch nicht. Ein Fahrer sollte dennoch immer mit dabei sein, um in einem Notfall den Bus umlenken zu können. Der Aufwand lohnt sich dennoch und die Stadt möchte dieses Projekt weiterhin verfolgen.

Förderangebote vom Arbeitgeber

Mitarbeiter, die auf das Fahrrad umsteigen möchten, können konkrete Hilfestellungen anfordern. Zum Beispiel bieten immer mehr Unternehmen ein E-Bike Leasing an.

Die Vorteile des Fahrradleasings sind dabei sehr umfangreich. Eines der größten Vorzüge dabei ist, dass die Fahrräder nicht nur beruflich, sondern ebenfalls privat genutzt werden können.

Foto: stock.adobe.com

Förderangebote vom Bundesland

Neben der allgemeinen Infrastrukturförderung gibt es diverse Angebote direkt für private Haushalte, die von den Bundesländern gefördert werden.

Wer also mobiler werden und sich für eine gute Infrastruktur einbringen möchte, kann das direkt umsetzen. Aber was sind die aktuellen Angebote?

Förderung Elektromobilität

Die Bundesregierung und das Bundesland Nordrhein-Westfalen unterstützen die Interessenten sowohl beim Kauf als auch bei der Erhaltung von Elektrofahrzeugen. Die Bundesfinanzierung kann für neue und gebrauchte Elektrofahrzeuge gelten.

Die Hauptbedingung dafür ist, dass das Auto auf der Finanzierungsliste steht. Zuschüsse für E-Bikes oder Lastenräder können ebenfalls beantragt werden. NRW unterstützt Interessenten mit Steuergutschriften, Kaufprämien, Finanzierungsprogrammen und weiteren Angeboten. Um eine Subvention zu beantragen, ist es wichtig, diese Absicht direkt dem Händler mitzuteilen.

Diese müssen dafür den Mindestrabatt gewähren, auf den der Kunde Anspruch hat. Ein umfassendes Beratungsgespräch kann mögliche Fragen im Vorfeld klären. Das Fahrzeug kann dann bestellt werden und der Kunde kann auf die Lieferung warten.

Sobald das Fahrzeug bezahlt und zugelassen ist, kann ein Finanzierungsantrag gestellt werden. In diesem Fall gelten immer die aktuell gültigen Finanzierungsbedingungen vom Bundesland.

Ladestationen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Interessenten sogar finanziellen bei dem Erwerb von privaten Ladestationen. Das Angebot gilt für Vermieter, Mieter und Grundstückseigentümer in einer Wohnungseigentümergemeinschaft.

Um Fördermittel für eine Ladestadtion zu erhalten, ist es wichtig, zunächst ein Angebot einzuholen und dann erst einen Förderantrag zu stellen. Dann gilt es, den Zuwendungsbescheid abzuwarten und erst dann die Umsetzung in Auftrag zu geben.

Tourismusinfrastruktur

Zur touristischen Infrastruktur gehören neben den allgemeinen Angeboten wie Verkehrsanbindungen auch Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder oder Tennisplätze.

Das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm ermöglicht den Auf- und Ausbau dieser öffentlichen Einrichtungen. Nordrhein-Westfalen möchte weiterhin die regionalen Vorhaben unterstützen und fördern.

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