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Rußrindenkrankheit in NRW

Neue Plage in OWL? Parasit greift Bäume an – Gefahr für Menschen

Erst der Eichenprozessionsspinner, dann der Borkenkäfer, nun die nächste Plage: Erneut greift ein Parasit die Bäume in NRW an – und gefährdet den Menschen. Auch in OWL gibt es einen Verdachtsfall.

Von Lisa Fraszewski

Eine Seuche befällt die Bäume in NRW: Die Rußrindenkrankheit. Foto: Pexels/Stadt Meerbusch (Bildmontage)

Bielefeld – Eine neue Plage befällt NRW: die Rußrindenkrankheit. Dabei geht es diesmal nicht um ein Tier, sondern einen Pilz mit dem Namen "Cryptostroma corticale". Dieser Parasit nutzt die Schwäche der Bäume nach der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr aus und greift sie an.

Die Hitze hatte bereits den Weg für den resistenten Borkenkäfer frei gemacht. Nun kommt noch die Rußrindenkrankheit hinzukommen. In NRW ist bereits eine Region betroffen: Die Gemeinde Meerbusch im Kreis Neuss – 150 Kilometer von OWL entfernt. Doch auch dort gibt es einen Verdacht.

Die gefährliche Raupe breitet sich in Bielefeld immer weiter aus. Mittlerweile wurden sogar Spielplätze gesperrt.

Rußrindenkrankheit: 170 Millionen Pilzsporen – pro Quadratzentimeter

Der Schimmelpilz befällt vorrangig Ahorne, zu dessen heimischen Arten der Spitz-, Feld- und Berg-Ahorn gehören. Er greift ausschließlich Bäume an, die unter "massivem Wasserstress" stehen – also unterversorgt sind.

Hat der Schwächeparasit sich erstmal eingenistet, reißt die Rinde der Bäume langsam ein und blättert ab. Es bilden sich schwarze Sporen, die den Baum übersehen. Dadurch entsteht der Eindruck, das Holz sei mit Ruß überzogen. So bekam die Krankheit ihren Namen.

Die schwarzen Sporen bilden sich in einer sehr großen Anzahl: "Auf einem Quadratzentimeter Rinde befinden sich bis zu 170 Millionen dieser Pilzsporen", erklärt Mathias Niesar vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Sie werden an die Umgebung abgegeben – und somit zum Problem für Natur und Mensch.

Der Befall dieses Ahorns ist leicht zu erkennen: Die Rinde ist aufgeplatzt und hat sich großenteils gelöst. Zurück bleibt eine schwarze, wie Ruß anmutende Verfärbung des Stamms. Foto: Stadt Meerbusch

Rußrindenkrankheit löst Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost aus

Denn die Sporen verteilen sich und könnten Hunderte von Kilometern weit getragen werden. Ist ein Baum erstmal befallen, stirbt er im Laufe der Jahre zwangsläufig ab. Doch das Problem liegt nicht nur bei den Bäumen: Die Sporen werden auch von Spaziergängern und Waldarbeitern eingeatmet. Die Reaktion ist eine sogenannte "exogen allergische Alveolitis", in der Harz- und Baumwollindustrie auch als "Farmerlunge" bezeichnet.

Die Symptome: Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost. Doch für gesunde Menschen endet die Wirkung nach zwölf bis 24 Stunden, sogar ohne ärztliche Behandlung. Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, einer allergischen Vorbelastung oder geschwächtem Immunsystem (Kinder, Alte) kann der Pilz jedoch gesundheitsgefährdend sein. Dann besteht eine Gefahr für die Atemwege.

Rußrindenkrankheit bereits in NRW entdeckt

Seit Tagen häufen sich die Meldungen, dass Bäume im Kreis Neuss von der Krankheit befallen sind: Zuerst ein Ahornwäldchen in Gemeinde Lank (Stadt Meerbusch), nun auch in Osterath (Stadt Meerbusch). Für Spaziergänger wurden bereits Hinweistafeln aufgehängt.

Die Stadt empfiehlt, sich möglichst nicht in unmittelbare Nähe der Bäume zu begeben und sie nicht zu berühren. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW sollen die betroffenen Hölzer möglichst schnell gefällt werden.

Die befallenen Bäume sollen schnellstmöglich gefällt werden. Foto: dpa

Auch in OWL gibt es einen Verdachtsfall: Meldungen aus Büren sind beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW eingegangen, dass die Rußrindenkrankheit gesichert worden sein soll. Bestätigt ist dieser Befall allerdings nicht.

Bereits im vergangen Jahr hatte eine Plage die Region befallen: Der Eichenprozessionsspinner griff nicht nur die Bäume an – er gefährdete auch kleine Kinder und stellte für Hunde sogar eine Lebensgefahr dar. Ob er 2019 zurückkommt, ist noch nicht ausgeschlossen.

Außerdem sind mehrere Fälle von EHEC bekannt geworden: Im Kreis Warendorf haben sich mehrere Kleinkinder mit den Darmbakterien angesteckt. Das kann tödliche Folgen haben.

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