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Widerspruch richtig einlegen: Was tun, wenn die Krankenkasse nicht zahlt?

akz-i Ob Reha oder Haushaltshilfe: Für bestimmte Leistungen ihrer Krankenkasse müssen gesetzlich Versicherte vorab einen Antrag stellen. Doch was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Von Aschendorff Medien

Widerspruch muss schriftlich erfolgen. Foto: LightFieldStudios/gettyimages.com/akz-i

„Lehnt die Krankenkasse Ihren Antrag ab, so haben Sie einen Monat Zeit, um Widerspruch einzulegen“, sagt Heike Morris, juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Auf diese Frist muss die Kasse in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende ihres Bescheids hinweisen. Fehlt die Belehrung, verlängert sich die Widerspruchsfrist auf ein Jahr.

Der Widerspruch muss schriftlich erfolgen, bestenfalls per Einwurf-Einschreiben. Alternativ kann ein Widerspruch mündlich in einer Filiale der Kasse vorgebracht werden. „Dort wird er von Mitarbeitern protokolliert und von Ihnen unterschrieben.“ Nicht möglich ist hingegen der Widerspruch per Telefon oder Mail.

Gut zu wissen: In der Regel teilen Krankenkassen ihre Entscheidungen schriftlich mit. Es kommt jedoch vor, dass ein Mitarbeiter der Krankenkasse den Versicherten telefonisch über die Ablehnung des Antrags informiert. „Das ist rechtlich zulässig, aber viele Versicherte fühlen sich durch den Anruf überrumpelt und bedrängt“, sagt Heike Morris. „In diesem Fall sollten sie den Mitarbeiter gleich am Telefon darum bitten, die Entscheidung noch einmal in schriftlicher Form zu bestätigen.“

Um die Erfolgschancen des Widerspruchs zu erhöhen, sollten Versicherte ihn begründen. „Sie können beispielsweise detailliert angeben, weshalb sie die beantragten Leistungen benötigen, oder welche besonderen Umstände bei der Ablehnung nicht berücksichtigt worden sind.“ Zudem kann es helfen, eine Stellungnahme des behandelnden Arztes beizulegen.

Es kommt vor, dass Versicherte von ihrer Krankenkasse aufgefordert werden, über die Rücknahme ihres Widerspruchs zu entscheiden. „Ziehen Sie daraufhin den Widerspruch zurück, wäre das Verfahren beendet und der Antrag final abgelehnt.“ Um dies zu vermeiden, können Versicherte das Schreiben ignorieren oder der Kasse mitteilen, dass sie den Widerspruch aufrechterhalten.

Die Krankenkasse prüft den Widerspruch. „Im besten Fall spricht sie dem Versicherten die Leistung doch noch zu“, sagt Heike Morris. „Lehnt sie den Antrag weiterhin ab, wird der Vorgang automatisch an den Widerspruchsausschuss weitergeleitet.“

Lehnt auch der Widerspruchsausschuss den Antrag ab, können Versicherte gegen den Widerspruchsbescheid innerhalb eines Monats eine Klage vor dem zuständigen Sozialgericht einreichen. „Sie müssen keine Gerichtskosten bezahlen. Es besteht auch kein Anwaltszwang.“ Bei Fragen zum Thema Widerspruch berät Sie die UPD professionell und kostenfrei unter 0800/011 77 22.

Weitere Informationen finden Sie unter dem weiterführenden Link.

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